12. Sept (Mo) – Stadtrundgang: Koloniale Spuren in der Überseestadt

Stadtrundgang. Koloniale Spuren in der Überseestadt

Montag, 12. September 2022
Zeit: 17.00 Uhr
Treffpunkt: wird im Tagungsbüro ausgehängt.
Sprache: Falls englisch-sprachige Teilnehmerinnen, die keine Deutschkenntnisse haben, anwesend sind, wird die Sprache auch Englisch sein.

Die heutige Bremer Überseestadt liegt auf dem Gebiet der ehemaligen stadtbremischen Häfen und trägt viele Spuren, die auf den deutschen Kolonialismus und den Überseehandel verweisen. Unter anderem erinnern Straßennamen unmittelbar an koloniale Akteure und verweisen indirekt auf die kolonial-revisionistischen Bewegung der 1920er und 1930er Jahre, in der sich deutschnationale Kaufleute, Politiker und Bürger*innen für die Wiedererlangung der im ersten Weltkrieg ‚verlorengegangenen‘ Kolonien engagierten.

Unser Stadtrundgang nimmt diese und andere Spuren vor Ort auf und zeichnet die Entwicklung der stadtbremischen Häfen in ihrer Verwobenheit mit der europäischen Expansion und dem deutschen Kolonialismus nach. Es geht um den Handel mit Kolonialwaren, wie Kaffee, Tabak und Baumwolle, für deren Anbau Menschen in Afrika und den Amerikas versklavt, zur Arbeit gezwungen oder in Lohnabhängikeit gedrängt wurden. Für die bremischen Kaufleute war dies ein profitables Geschäft und einige der Unternehmen aus der Kolonialzeit sind bis heute tätig.Entlang der baulichen Strukturen der Überseestadt und zwischen symbolisch aufgeladenen Orten, lädt der Rundgang Teilnehmer*innen dazu ein, kritische Fragen über das Verhältnis von Handelsgeschichte und Hafenbau, Stadtpolitik und Kolonialismus zu stellen: Wie wurde Bremen zur deutschen Kaffeehauptstadt? Wie wurde Baumwollhandel organisiert und wie hat sich Bremen seine prominente Stellung im Baumwollhandel bewahrt? Was haben Naturbeherrschung und der Bau von Hafeninfrastrukturen mit dem kolonialen Projekt zu tun? 

>Anmeldung erforderlich

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