6. Sept (Di) – Diskussionsveranstaltung: #Frauengesundheit. Sind Prozesse und Produkte in der Gesundheitsversorgung gendergerecht?

Diskussionsveranstaltung #Frauengesundheit. Sind Prozesse und Produkte in der Gesundheitsversorgung gendergerecht?

Dienstag, 6. September 2022
Zeit: 11.00-12.45 Uhr
Raum: wird im Tagungsbüro ausgehängt.
Sprache: Der Vortrag wird auf Deutsch angeboten. / The language will be German.

Dr.inDr.in Mo Urban
Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF)

Frauen sind anders krank und anders gesund als Männer. Das ist mittlerweile anerkanntes Fachwissen. Eine gute Gesundheitsversorgung berücksichtigt daher geschlechtsspezifische Aspekte – in alle Bereichen: von der Prävention, zur Beratung, Diagnose & Therapie und Rehabilitation. Nicht in allen Bereichen hat sich eine entsprechende Sensibilisierung jedoch etablieren können und beispielsweise wird bei Frauen im Vergleich zu Männern, weiterhin ein Herzinfarkt weniger schnell und zuverlässig diagnostiziert. Die Digitalisierung des Gesundheitswesen stellt nun die Geschlechtergerechtigkeit ein weiteres Mal vor eine große Hürde: Digitale Infrastrukturmaßnahmen und digitale Intervention verändern das Gesundheitssystem auf der Makro-, Meso- und Mikroebene. Hierdurch modifiziert sich die Arbeit im Gesundheitswesen – gerade im Bereich der Pflege betrifft dies vor allem Frauen – sowie die Versorgung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation. Obwohl die Kategorie Geschlecht für eine gute Gesundheitsversorgung eine zentrale Bedeutung hat, fehlen oftmals gendersensible Perspektiven bei der Entwicklung, Implementation sowie der Evaluierung digitaler Infrastrukturmaßnahmen und der Technologiegestaltung.

Eine Auseinandersetzung mit geschlechtersensibler Gestaltung der Digitalisierung im Gesundheitswesen ist extrem spannend und dringend notwendig. Denn mit dem Einzug digitaler Entwicklungen in bspw. die Medizin, Beratung und Pflege tun sich gerade für die Informatik – aber auch für uns als potentielle Klientinnen und Patientinnen – neue Handlungsspielräume und Herausforderungen auf. Die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) befasst sich mit dem Einfluss der Digitalisierung auf die Geschlechtergerechtigkeit. Mo Urban, dortige Fachreferentin für Gesundheit & Wissenschaft und gelernte Sozial- und Gesundheitswissenschaftlerin, wird in ihrem Input einen Einblick geben, wie und in welchen Bereichen der digitalisierten Gesundheitsversorgung eine Geschlechtersensibilität von Nöten ist. Sie wird in ihrem Aufschlag drei Blitzlichter werfen: auf die geschlechtersensible Prävention und Gesundheitsvorsorge, auf die digital evozierten Veränderungen bei einem klassischen Arbeitsplatz wie jener einer Pflegekraft in einer stationären Einrichtung sowie auf die Veränderungen der Versorgung von Frauen in Bremen während der Corona Pandemie, durch die Knall auf Fall viele Angebote auf digitale Formate umgestellt werden mussten. In der anschließenden Diskussion sollen Informatik und Gesundheitswissenschaften zusammenkommen und Fragen debattieren, bspw. wie Prozesse und Produkte gendergerecht entwickelt werden können und wie diese dann auch umzusetzen sind.

Dr. Monika Urban, promovierte Sozial- und Gesundheitswissenschaftlerin, arbeitet aktuell seit 1,5 Jahren als Referentin für Gesundheit und Wissenschaft bei der Landesfrauenbeauftragten Bremen. Zuvor war sie als Projektleitung im Institut für Public Health und Pflegeforschung an der Bremer Universität im Feld Digitalisierung im Gesundheitswesen tätig.

– keine Anmeldung erforderlich –

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